Samstag, 15. Februar 2020

Ein "Pfiat di" mit Lyrik, Tuba & Ukulele

Zum siebenten und gleichzeitig letzten Mal gastierte das farce vivendi Open Mic im Cafe Benno (womit beinahe genau 10% aller bisherigen fv Open Mics an diesem Ort stattfanden). MELAMAR und ANDI PIANKA begleiteten wie üblich moderatorisch den Abend. Diesmal integrierten wir in die übliche Auslosung auch ein wenig den Erscheinungszeitpunkt der Auftretenden mit einem kleinen Bonus für besonders früh Gekommene.

Eine Silvester-Kleeblattmünze kürte MELAMAR zur ersten Eisbrecherin. In ihrer Ballade vom Kater im Tigerpark träumte die Hauptfigur von einem Leben im Theater. Dank eines Mädchens ging dieser Traum schlussendlich auch in Erfüllung.

WUF waren Werner und Frieda bzw. Gesang und Tuba. Im ersten Lied ging es um essbedingt zu hohe Werte jeglicher Art. Im zweiten waren Umsatz & Wirtschaft bzw. Trinkgeld das Thema – mit Helmut Qualtinger als Background-Stimme.

TANJA WITTENBERG kam extra aus Emden (Ostfriesland) angereist. Ihr erster Text „Schönheitsgedanken“ war eine Abrechnung mit der Modeindustrie. Der zweite handelte von Unterschiedlichkeiten à la Räuber/Polizist.

KATINKA war – ebenso wie ihre Vorrednerin – fv-Open-Mic-Debütantin. Sie fragte sich (und uns) in ihrem Text, wohin wir denn gingen. Eine große Sehnsucht nach „mehr“ wurde darin angesprochen.

THOMAS MAYER PHANTASÖNLICH fragte sich, wieso der Ruf „2. Kassa bitte!“ nur im Supermarkt ertönt, nicht aber bei seinen Buchpräsentationen. Sein zweiter Text befasste sich kritisch mit dem Essverbot der Wiener Linien.

REINHARD MALICEK schreibt Lieder im Dialekt. Das erste seiner beiden Lieder („Einsam wie mein Engel“) behandelte Bindungsängste, beim zweiten spricht bereits der Titel das Thema an: „Wann's ned geh'n willst, warum sagst das?“

MARTIN AUER bewarb die „Artists for Future“ mit zwei Liedern, die sich um das Thema Klima drehten. Erst ein „Pfiat di Gott“ über kommende heiße Sommer und danach eine deutschsprachige Version von Janis Joplins „Mercedes Benz“.

NIKOLAUS LUTTENFELDNER kam mit sieben kurzen Gedichten, welche vom Baum, vom Frieden, vom Buch und den Regentropfen, der Mondnacht, der Schildkröte, zerfallenen Palästen und dem Tagebucheintrag eines Einzellers handelten.

GEORG HARLEKIN freute sich bereits auf einen gemeinsamen Auftritt mit Reinhard Malicek & Co. am folgenden Abend. Dem Moment folgte in seinen Gedichten der Atlant, die Musik, der Würfel und die Garben der Narben.

NINO, erstmals beim fv Open Mic mit dabei, erinnerte sich in seinem kurzen Essay über Sandwiches daran, wie er im Herbst 1991 vom Balkan nach Österreich kam und ihm in der Bim eine ältere Frau ein paar Sandwiches anbot.

Danach ward PAUSE.

ANDI PIANKA beendete diese mit jeweils ortsbezogenen Gedichten, die Aufenthalte in Venedig, Mailand, Berlin und eine frühmorgendliche Rückkehr nach Wien zum Thema hatten. Abgeschlossen wurde mit dem Kurzgedicht „Feile“.

KLAUS SINOWATZ folgte mit noch mehr Gedichten, in denen es u.a. um Tierliebe, Sintflut, Jammertal, eine Goethe-Erwiderung, des Huhnes Glück, das nicht-mehr-Lesen von Dichtern, Dschingis Khan, Odins Raben sowie das Blütenecho ging.

EULALIA war an diesem Abend mit ihrer Ukulele die vierte Debütantin beim fv Open Mic. Ihr Song war durch eine Doku namens „Human Nature“ inspiriert und befasste sich kritisch mit der Zukunft der Gentechnologie: So, my friends, it's time to answer...

CHRISTIAN „SCHREIBI“ SCHREIBMÜLLER ist nach wie vor Rekordhalter an Teilnahmen bei unserer Veranstaltung. In seinem ersten Dialektgedicht war die verkehrte Welt das Thema, im zweiten ging es darum, was alles grad noch gegangen ist.

LAKSHMI hatte sieben kleine Texte mit, die mit einem Gebet („Drache unser“) begannen und sich in weiterer Folge um eine Glasnarbe, den Chianti, das Orange, ein Cafe („Im Cafe, wer sitzt denn da...?) und die Jagd drehten.

MILENA, gemeinsam mit Lakshmi aus Niederösterreich angereist, beendete den Abend ebenfalls mit Gedichten. Wo noch Licht brennt; Rosenträumerei; Das dunkle Ros...; Erkannt ist, wer jetzt zögert; Rettet den Unsinn!

Somit ging der Abend in ein gemütliches Beisammensein über. Die letzten Lichter werden Andere gelöscht haben, denn der Autor dieser Zeilen verließ den Ort des Geschehens als drittletzter Verbliebener so ca. gegen 1:30 ;-)

Die letzten Lichter in der farce-vivendi-Geschichte waren es jedoch nicht. Heute ist bekanntlich nicht alle Tage. Wir kommen wieder, keine Frage. Allerdings nicht mehr als fixe Veranstaltungsreihe in einer fixen Location. Für heuer gibt es Pläne und sogar schon einen fixierten Termin (allerdings eine Lesung/Präsentation und kein Open Mic). Mehr dazu in Bälde und Kürze.

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