Mittwoch, 15. Oktober 2014
Wieder im Spektakel!
Achtung, wichtige Info: Auch diesmal (21.Oktober) sind wir, wie schon letztes Mal, nicht im Celeste, sondern zwei Häuser weiter im Spektakel (Hamburgerstraße 14)! Alles andere (Beginnzeit etc.) bleibt wie gehabt.
Mittwoch, 17. September 2014
Ein spektakuläres Spektakel im Spektakel
Das letzte (und gleichzeitig einzige) farce vivendi open
mic dieses Sommers war auch das erste nach der Sommerpause. Trotz eines
sehr kurzfristigen Ortswechsels vom Celeste ins nicht einmal eine Gehminute
entfernte Spektakel war es ein überdurchschnittlich gut besuchtes.
Die Münze, die als Orakel zur Bestimmung des einleitenden Eis
brechenden Auftritts diente, war diesmal sogar älter als so manche Urgroßeltern des
Publikums, sie stammte nämlich aus dem Jahre 1861. Sie fiel auf Kopf, somit
musste MELAMAR als Moderatorin von der Bühne, um sogleich samt Textblatt
als Autorin wiederzukehren. Sie las einen ganz neuen Text über das Schreiben.
Auf philosophische Fragen wie „Wozu schreiben?“ oder „Was ist schreiben?“
folgte eine ebenso philosophische Antwort: „Ich lese, also schreibe ich“.
Außerdem meldete sich die innere Spottdrossel zu Wort, worauf eine Katze als
Mediatorin einschreiten musste.
Als Startnummer 1 wurde ein fv-open-mic-Neuling gezogen. THOMAS
MAYER las je ein Gedicht aus seinen beiden Gedichtbänden („GE-MENSCH-TEN“
und „Phantasönlich“), die auch am Büchertisch auflagen. Im ersten ging es
zurück in die Pubertät und das erste Schamhaar: Was wuchs denn da, oh
wunderbar, jetzt bin ich richtig männlich. Nur für das alte Herz der streng
gläubigen Mutti war das zu viel: Du Ferkel! Auch das zweite Gedicht drehte sich
um ein körperbezogenes Thema, nämlich Blähungen: Wind-Verkehr so schwer.
Auf ihn folgte mit MIKE ein schon mehrfacher
fv-open-mic-Teilnehmer, der wieder einmal mitsamt Gitarre auf die Bühne kam.
Seine instrumentale Darbietung untermalte er hin und wieder mit einzelnen
kurzen Sprecheinlagen, die den eigenen Auftritt betrafen und mitkommentierten.
Erstmals mit dabei war ANGELA, die Ehen als
vom Aussterben bedroht ansah. Dabei wäre Vermählung ganz einfach: „Ich mailte
ihm, schon sind wir vermailt“. Der Text sprang dann thematisch über die Jugend
(Kopferbrechen in Mathe und „was andere tragen, war mehr Loch als Stoff“) bis
hin zur Politik, für deren Dachschäden es eine Haftpflichtversicherung geben
sollte.
Mit STEFAN PETER kam wiederum einer unserer
häufigsten Auftretenden an die Reihe. Von ihm gab es zunächst einen
Sketch-Dialog zu hören, in dem der AMS-Betreuer den Namen seines Gegenüber
nicht aussprechen konnte und deswegen der Meinung war, sich mit ihm in
gebrochenem Deutsch unterhalten zu müssen, damit ihn dieser verstehe (die
Pointe wird an dieser Stelle nicht verraten). Auch der zweite Dialog betraf das
Thema Arbeitssuche, diesmal war es ein Bewerbungsgespräch bei einem
Esoterikklub, der einen sensitiven Gärtner suchte.
Musikalisch ging es mit WOLF MORRISON weiter, der
neben seinem Keyboard auch noch einen prominenten Stargast auf die Bühne
mitbrachte, nämlich Doctor Mouse, den ultimativen „Mr. Sex Appeal“, der in
Sachen Sex-Appeal auch sämtliche Hollywood- & Musik-Stars von Brad Pitt
über Britney Spears bis Sharon Stone übertraf. Nach diesem englischsprachigen
Hit sang er dann in einem deutschsprachiges Lied davon, was es heißt zu leben.
Literarisch und musikalisch beendete wALTEREGOn die
erste Hälfte. Er begann mit einem erotischen Liebestext über „Sie und Du und Ich“.
Es ging um ansehen, betasten, riechen, fühlen und um vier Zahnreihen, die das
zarte Fleisch zerteilen. Und die Bibel hat doch nicht recht – es waren sicher
die Erdbeeren! Diesem Text folgte ein Lied über’s Leinen loslassen und Segel
setzen. In dieser Stadt warst du doch noch nie zuhaus.
Danach wurde gemütlich pausiert.
Als Eisbrecher der zweiten Hälfte fungierte die zweite
Hälfte des Moderationsduos, nämlich ANDI PIANKA. Er ging in seinem Text
auf gewisse innenpolitische Ereignisse dieses Sommers ein, nämlich den
kafkaesken Prozess gegen einen DÄMON-stranten, der es wagte, gegen den
akademisierten WKR-Ball auf die Straße zu gehen. Und als der ihn belastende
Polizist den Zeugenstand verließ, fuhr er dann mitsamt Panzer und 1700 KollegInnen
zum kollegialen Pizza bestellen.
GEORG HARLEKIN, derzeit allerregelmäßigster
Teilnehmer an unserer Veranstaltung, war in seinem ersten Gedicht mit solcher
Freude er selbst. Im zweiten Gedicht ging es um das Wachs auf seinem
durchwachsenen Weg: Wachs ist knetbar und polierbar, somit manipulierbar. Im
dritten, gesellschaftskritischen, Gedicht, in dem Jungefernscharen zum Liebe
und Frieden machen aufrufen, war Gott am Ende irgendwie fad. Schließlich ein
viertes, minimalistisches: Ich scherze nicht, ich herze dich.
Der mutmaßliche Rekordhalter an fv-open-mic-Teilnahmen seit
Beginn (2007) ist CHRISTIAN „SCHREIBI“ SCHREIBMÜLLER. Er begann mit
einem ernsten Text über Papa Tränengas und Mama Handgranate, deren wenigste
Feinde schließlich erschießlich sind. Nach Opa Scharfschützgewehr („Granaten
sind doch für Katakomben“) melden sich auch noch Kobaltbombe Clementine und
Wasserstoffbombe Ruth zu Wort. Es ist alles eine Frage der Dosis. Im zweiten
Text sprach der Wirtshausdichter, also der Herr Promillpoet. Da wurde Don
Carlos zum Herrn Karl und Gräfin Ebola war keine Seuche zum Tod.
Extra aus Frankreich angereist kam JACQUELINE, die
anfangs „très nerveuse“ war, dann aber doch sehr selbstsicher ein französisches
Gedicht über das Leben („La vie“) vortrug. Dieses bestand u.a. aus Croissants,
Baguettes, Camembert und viel Pastis. L’état c’est moi! Wie der Zufall es so
wollte, wurde gleich nach ihr JOPA ausgelost, welcher in völliger
Spontaneität dieses französische Gedicht simultan-zeitversetzt ins Deutsche
übersetzte: Leben, Leben lang Brot Kipferl. Kam ein Bär. Rosa Rotwein passt
schon. Die Azur kotzt.
Der schließlich letzte Auftretende des Abends war dann auch
wieder ein schon häufiger Teilnehmer unserer Veranstaltungsreihe, nämlich WOLFGANG
E. EIGENSINN. Zuerst forderte er das Publikum auf, bis 64 zu zählen, danach
setzte es von ihm Ding Dong („Ist da jemand?“), Ping Pong und (Steve’s Freund,
good old mister monster) King Kong. Damit ging nach 11+2 Auftretenden das 45.
farce vivendi open mic zu Ende.
Die Premiere im Spektakel war ein sehenswertes Spektakel mit
hochqualitativen Darbietungen. Dennoch wird das nächste fv open mic (Di,
21.Oktober) voraussichtlich wieder am üblichen Ort, nämlich zwei Häuser
weiter westlich im Celeste stattfinden. Doch vielleicht wird uns in einigen
Monaten der Westwind auch wieder ins Spektakel wehen...
Mittwoch, 3. September 2014
Nach der Sommerpause...
...geht es am Di, 16. September weiter (Einlass 19:30, Beginn 20:00). Nach wie vor im Celeste, aber diesmal nicht unten im Keller, sondern oben im Club. Zum nunmehr bereits 25. Mal in der Moderations-Konstellation melamar & Andi Pianka. Kommet zahlreich, selbst wenn ihr zahlarm seid (denn der Eintritt und seine Lehre sind bei uns frei)!
Achtung: Das heutige Open Mic ist kurzfristig ins Spektakel verlegt worden (2 Häuser weiter, Hamburgerstraße 14)!!!
Achtung: Das heutige Open Mic ist kurzfristig ins Spektakel verlegt worden (2 Häuser weiter, Hamburgerstraße 14)!!!
Dienstag, 17. Juni 2014
Ein fv open mic zwischen Bus-Bim-Slam & Fußball-WM
Das 44. FARCE VIVENDI OPEN MIC, welches gleichzeitig das
letzte der Saison 2013/14 war, brachte trotz vorangegangenen Bus-Bim-Slam #17,
des gleichzeitig stattfindenden Fußball-WM-Spiels Brasilien – Mexiko und eines
zum eher draußen sitzen animierenden Wetters eine große Anzahl an
auftrittswilligen Menschen. Insgesamt war’s die zweithöchste Teilnehmendenzahl
dieser Saison. Doch der Reihe nach...
Wundersamerweise sprach sich die Losmünze diesmal für
MELAMAR als erste Eisbrecherin aus. Sie ist neuerdings Mitglied einer (fiktiven
und doch höchst realen) Gedanken-Gang, die niemals auf den Gedankenstrich geht.
Und nun wurden statt des Münzwurfs Namenskärtchen gezogen.
Als Erste las ADRIANA einen spanischsprachigen Text über die Liebe. MARLIES
THUSWALD brachte es auf gar vier Gedichte, die thematisch von Sprache über
Mathematik bis hin zu iPoems und Pieptönen reichten. PASCAL OPTIONAL erzählte
dann über das Einzelgängertum des Schwertfisches Hermann, der seine gesamte
Umgebung auffrißt. WOLF MORRISON erinnerte an die vor ein paar Tagen
verstorbene Radiolegende Casey Kasem und sang einen Megagigagaga-Hit, gefolgt
von einem Liebeslied. THOMAS brachte erst eine Kirschtragödie und dann einen
Mitmachtext mit norwegischem Titel. Als letzter Auftretender vor der Pause ging
LEO im Wienerwald spazieren, wo bei einem Gasthaus ein Vogel bzw. Zwutschkerl vom
Himmel herunterfiel.
Dann war Pause.
Die zweite Hälfte wurde von ANDI PIANKA als zweitem Eisbrecher eröffnet. Er las u.a. über eine begegnung des Kleinen Prinzen mit einem "Lederjackentypen". Es folgte STEFAN PETER mit seinem
Schnitzelkarma, in dem die Schnitzelfeuerpolizei die schnitzelfreien
Tage überwacht. LORE MURBACHER begann mit zwei kleinen Weisheiten, ehe sie die
Pubertären von heute auf’s Korn nahm. BRENT ORMAN spielte (rein instrumental)
erst einen Blues-Song und dann das weltberühmte „Killing me softly“. ANDI LUF
trug (passend zur Fußball-WM) einen Text vor, der sich kritisch mit einigen
Entwicklungen des Profifußballs befaßte. RHONDA appellierte, Menschen als
Individuen zu begreifen und nicht bloß anhand ihres körperlichen Geschlechts.
JOHNNY GANGSTER trug kurze Artikel aus einer nicht erscheinenden Zeitschrift
vor. Das 44. fv open mic beendete schließlich KURT mit einem Text u.a. über
Perspektive und Freiheit sowie dem wohl kürzesten Auftritt des Abends.
Kurz vor 23 Uhr war somit der Auftrittsteil zu Ende. Kurz
vor Mitternacht (als ein Teil des Moderationsduos bereits auf dem Heimweg war)
erschienen noch zwei Teilnehmer des vorangegangenen Bus-Bim-Slam #17 im
irrtümlichen Glauben, das fv open mic würde noch andauern. Auftreten
konnten sie nicht mehr, so schauten sie sich im Celeste gemeinsam mit dem Autor
dieser Zeilen das mitternächtliche WM-Match Russland – Südkorea an und fuhren
dann nach Hause...
So, das war’s für diese Saison. Der diesmal etwas kürzere und
etwas verspätet erschienene Nachbericht hat seine Mitursache in den
Bus-Bim-Slams, zu denen auch der Autor dieser Zeilen zwei Berichte beisteuerte,
die hier nachzulesen und mit Fotos von melamar (sowie deren Helferleins Schreibi und Simon Tomaz) untermalt sind:
Nun machen wir Sommerpause und sehen uns hoffentlich im
September wieder!
Dienstag, 20. Mai 2014
Ein genußvoller Abend mit Buffet, Tango Argentino und Gitarreklängen
Trotz harter Konkurrenz (das zum draußen Sitzen animierende
Frühsommerwetter einerseits und ein zeitgleich stattfindender kaiserlicher und
königlicher Poetry Slam im Weltmuseum andererseits) war das 43. FARCE
VIVENDI OPEN MIC gut besucht. Wieder einmal gab es einen bunten Mix aus
StammgästInnen und NewcomerInnen zu erleben. Doch der Reihe nach:
Wer vom Moderationsduo per Münzwurf die Rolle des ersten
Eisbrechers zugelost bekam, darf der Stammleserschaft dieses Blogs wohl als
bekannt vorausgesetzt werden. Natürlich war es – wie so gut wie immer – wieder
mal ANDI PIANKA. Er brachte eine mit „Im Wandel der Zeitalter“ betitelte
(nicht ganz unpolitische) Hommage an Christoph Ransmayrs Roman „Die letzte
Welt“, in der auch weitere mythologische Anspielungen und diverse Songzitate
vorkamen.
Die eigentliche Startnummer 1 war dann MIKE. Er und
seine Gitarre spielten ein gesangloses, rein instrumentales Musikstück (es
sollte nicht das letzte des Abends bleiben), was dem sonst immer brav
Mitschrift führenden Autor der fv-open-mic-Nachberichte ein paar gemütliche
Minuten des zur Abwechslung mal nicht Mitschreibens von Textzitaten bescherte
:-) Dem Publikum gefiel Mikes Darbietung
und es setzte großen Applaus.
Ihm folgte THOMAS – im Unterschied zum April diesmal
„nur“ einsprachig unterwegs. In einem mit „Rotweinflecken“ betitelten
(Slam-)Text referierte er über Dinge, die er nicht mag – von Siamkatzen und
Randalierern über schlechte Überleitungen und seltsame Marienerscheinungen bis
hin zum McDonald’s-Salat. „Ich schweife ab – schweife wie ein Komet“ und „so
viele Nächte, in jeder Woche circa sieben“ blieben u.a. als prägende
Textpassagen hängen, genauso wie eine „sinnlos-sinnliche Sexextase“.
MARLIES THUSWALD (übrigens geladene Teilnehmerin beim
Bus-Bim-Slam #19) las zwei Texte. Im ersten ging es um die Lebendigkeit des
Lebens und um die Sprache. „Die Händlerin für Lebenszeit verhandelt nicht“.
„Sprache ist Musik, die Gezeiten verschiebt“. „Bloß Liebe ist nicht. Liebe
liebt.“ Der zweite Text forderte zum Augen aufmachen auf. „Es ist wahr, du bist
nicht blind“ und „Alles, was du tust, hat Gewicht“ sowie „Und Schweigen ist
auch ein Statement“. Statt eines Gedicht-Endes hieß der letzte Satz: „Wir haben
übersehen, daß das Gedicht hier abbricht.“
Wie schon erwähnt, gab es an diesem Abend noch einen zweiten
rein instrumentalen Auftritt, diesmal war es Newcomer BRENT mit seiner
Gitarre – sogar mit zwei Stücken. Einem „Old fashion lovesong“ folgte „ein
langsames Lied“. Auch hier gestaltet sich die Textwiedergabe für den Autor
dieser Zeilen relativ schwierig (und für die Notenwiedergabe der Töne fehlt ihm
das perfekte musikalische Gehör) ;-) Es
sei allerdings hinzugefügt, daß auch jener Auftritt dem Publikum gefiel.
Der nächste Auftritt gehörte nicht nur der üblichen Pause,
sondern einem Überraschungsbuffet (Großer Dank an Valie dafür!). Wer nicht da
war, hat also nicht nur großartige Darbietungen, sondern auch kulinarische
Genüsse verpaßt.
Die Eisbrecherin der zweiten Hälfte war logischerweise MELAMAR,
die in ihrer Muttersprache, nämlich dem Lavanttaler Kärntnerisch (welches oft
mit dem Steirischen verwechselt wird), las. „Woas i noch?“, hieß es da öfter.
Das Thema war eine Rückschau in die Vergangenheit, als im Wald die Vögel
„g’zwutschkert“ und „Würmla geklaubt“ haben. „Woas i noch, wies Brot grochn
hot? (...) Wie die Kuh gekälbert hat?“
Der Pfarrer und der Schnaps durften in diesen Erinnerungen ebenfalls
nicht fehlen.
Ihr folgte JASMIN (die auch wieder bei einigen Bus-Bim-Slams mit von der Partie sein wird) mit einem aus einer früher
verfaßten Einführung und einer später verfaßten Weiterführung bestehenden Text.
„Die Welt tickt nicht so, wie du denkst“ und „Der Körper bewegt sich – rund
unrund“ hieß es etwa in der Einführung. Die Weiterführung begann mit der
Ansicht, daß der berühmte Glas-Gegensatz halbvoll/halbleer längst überholt sei,
und zählte im weiteren Verlauf verschiedene „U-Bahn-Typen“ auf. „Pessimisten
braucht man ja“. Es ging in der Ein- und Weiterführung um das Leben an sich
bzw. das Leben der Autorin im Konkreten.
Der Nächste von einer Glücksfee Gezogene war dann RONNI
(der bereits zu „Feile“-Zeiten beim fv open mic mehrmals mit dabei war), für
dessen ersten Text ein persönliches botanisches Aha-Erlebnis mit einem sehr
großen Löwenzahn auf den Kanarischen Inseln sowie eine Fernsehsendung über die
Galapagos-Inseln die Inspirationen waren. „Löwenzahnwald Galapagos, hast mich
einiges gelehrt: Puste, Blume!“ Im zweiten Text „sind wir dreisam gesessen“.
Liebeskörper, Seelen gespürt und am Ende ein Wiedersehenswunsch.
YVONNE, das erste Mal beim fv open mic, hatte sich
noch spontan in der Pause angemeldet. Sie schöpfte, ähnlich wie Ronni, die ca.
fünf Minuten nicht vollständig aus und las ein kurzes Spoken-Word-Gedicht, das
sich mit ihrer mehrjährigen Beziehung befaßte. „Dieses Nichtsgefühl, schön mit
Nichts eingefettet“, „Meine Bittgebete haben nichts gebracht“ und der
Erkenntnis am Schluß: „Nichts hat nun mal nichts“. Wir hoffen, Yvonne (und auch
alle anderen NewcomerInnen) beim fv open mic demnächst mal wiederzusehen.
VERONICA, ebenfalls erstmals dabei, erhöhte nicht nur
die Argentinien-Quote, sondern sang vor allem auch einen Tango, in dem es um
Liebe, Traurigkeit und Einsamkeit ging. „Cruel amor, preocupación, nostalgia
(...) No poder vivir desde la
triste soledad (...) Noche triste sin estrellas, fracasos del amor (...)
Hablará de su amor. Triste soledad“. Nachdem sich das Publikum noch eine Zugabe
wünschte, folgte ein Lied in der Sprache der Toba, eines indigenen Volkes in
Argentinien.
(Danke übrigens an dieser Stelle an Jasmin, die bei
Veronicas erstem Lied anstatt des des Spanischen unkundigen Autors dieser
Zeilen die Mitschrift übernahm)
BENJAMIN SCHWEJDA stieß zuallererst versehentlich
eine Gitarre um und nützte die Gelegenheit gleich spontan für ein
instrumentales Intro. Dem folgte die Begrüßung: „Guten Abend, Cheers!“ Und war
damit bereits im ersten Text mittendrin, in dem es u.a. hieß: „I drink like a
rider“. Der zweite Text handelte von virtueller Kommunikation. „Get up, stand
up, look up! (...) Hauptsache, Kommunikation“. Schließlich im dritten Text „Sie
lud mich ein und ich kam mit“. Benjamins Wunsch, die Texte mittels
unterschiedlicher Applausstärke untereinander zu bewerten, dürfte wohl zu einer
Art Ex-aequo-Sieg aller drei geführt haben.
Den Abend beendete unser treuester Stammgast der letzten
Zeit (seit Juni 2013 ausnahmslos bei jedem fv open mic dabei gewesen), nämlich GEORG
HARLEKIN, wieder mit Kurzgedichten (diesmal entgegen seiner Tradition nicht
3, sondern gar 4 an der Zahl). Um den Erdbeermund ging es in den ersten beiden
(im ersten mit dem Geruch von Mandelhonig und Olivenöl, im zweiten mit dem
Apfel kombiniert). Das dritte Gedicht: „Erstaunlich, Mensch, du bist so
endlich!“ Und im vierten war das Karussell des Lebens das Thema. „Reset: Zurück
zum Ursprung“ (Georg Harlekin wird übrigens auch beim Bus-Bim-Slam #22 als
geladener Teilnehmer mit dabei sein).
Danach folgte noch gemütliches Plaudern, Trinken etc.
[Anmerkung in eigener Sache: Die Orthographie der zitierten
Textpassagen entspricht dem Gefühl des Autors dieser Zeilen und muß nicht immer
mit der Original-Orthographie des jeweiligen Textes übereinstimmen. Das bezieht
sich nicht nur auf Dialekttexte – siehe melamar – sondern auch z.B. auf des
Autors dieser Zeilen Vorliebe für die ss/ß-Schreibung von vor der letzten
großen Rechtschreibreform. Anmerkung Ende] ;-)
Wir sehen uns dann im Juni hoffentlich dreifach wieder. Denn
neben dem nächsten regulären fv-open-mic-Termin am 17. Juni moderieren MELAMAR
und ANDI PIANKA gemeinsam noch 2 der 23 BUS-BIM-SLAMS, nämlich
#19 am 19.Juni und #22 am 22.Juni. Bis spätestens dann!
Mittwoch, 16. April 2014
...war's, der (Voll)Mond schien helle...
Vollmond war’s, kalt/regnerisch war’s (draußen), FARCE
VIVENDI OPEN MIC war’s (drinnen) und schön war’s wieder mal.
Es begann mit einem Wunder: Die, um die eisbrechende
opferlämmerische Person zu ermitteln, geworfene Münze fiel auf Zahl – und das
bedeutete in diesem Fall nicht auf den „üblichen Verdächtigen“, sondern auf MELAMAR. Ihr Text beschäftigte sich mit dem Thema Zorn.
Das ist die Wut, die den Reim auf „gut“ loswerden will. Rage, rage against. Fukushima
(„hinter 1500 Brennstäben bald keine Welt mehr“ – Anm.: Es sollte nicht die
letzte Zitierung dieses Rilke-Verses an dem Abend bleiben) oder
Frauenunterdrückung waren u.a. Themen, um die es ging. Braucht es nicht ein
klein wenig Zorn gegen das Unrecht? Ich atme ein...Ich atme aus...
Startnummer 1 wurde diesmal nicht gelost, sondern auf
persönliche Bitte hin vergeben, da GEORG HARLEKIN nachher gleich noch zu
einer Osterkonzert-Probe mußte. Zuvor erfreute er uns 1.) mit einem
Würfel-Gedicht (Die Zeit im Zeitraffer dahin...Ich bin Georg Harlekin...das
spielende Kind in vollendeter Komposition...), in dem u.a. auch die göttliche
Nirvanagasse vorkam, in die er sich hineinfallen läßt, 2.) mit einem
Ketten-Gedicht, in dem unter all den Ratten eine auftaucht, die fragt: „Weißt
du eigentlich, wie lieb ich dich habe?“, sowie 3.) mit einem Danke-Gedicht
für’s einfach Sein („Als Stern – das bin ich besonders gern“).
WOLF MORRISON war diesmal für vermutlich längere Zeit
das letzte Mal beim fv open mic, da er derzeit berufliche Pläne verfolgt, die sich
in nächster Zukunft kaum damit vereinbaren lassen werden. Zu diesem besonderen
Abschiedsanlaß war (statt einer Gitarre wie üblich) diesmal ein grooviges
Keyboard sein mitgebrachtes Instrument. Er begann mit einem „Klassiker“ von
ihm, nämlich einem Lied über seinen unbequemen Kampf gegen die Dummheit in
Stadt und Land („I hab an Panzer aus Gußeisen“) und folgte/endete mit dem
S.E.X., aus dem „heit leider nix“ wird, na. Denn: „I bin scho total fertig, kaputt,
Error – doch machst so an Terror“.
Auf diese beiden „Stammgäste“ des fv open mic folgte ein
Debütant, nämlich STEFAN LESSMANN. Laut eigener Aussage unvorbereitet,
da vorher im Kino gewesen, präsentierte er uns zuerst eine
1-Satz-Kurzgeschichte über die Rückspultaste und anschließend eine längere
Kurzgeschichte namens „No milk today“ über einen gewissen Martin, dem am
Bahnhof von einem anderen Mann am Klo ein „Glas Milch“ angeboten wird. Nach
Hause zurückgekommen, schläft er vor dem Fernseher ein und träumt von Kindern,
Milch, einem Storch, der nach dem ablegen eines Babies verbrennt usw. – bis
dann der Wecker läutet...
Nicht nur den kürzesten Namen des Abends, sondern auch den
kürzesten Auftritt hatte KURT, die mit ihrem wieder einmal beeindruckenden
Lesetempo dem Schreiber dieser Zeilen das Mitschreiben nicht grad leicht macht
(wobei der Schreiber dieser Zeilen ja oftmals durchaus ein ähnliches Lesetempo
einlegt) ;-) Es ging in ihrem Text
wieder einmal um Fragen, die sich das Ich über sich selber stellt: Das läuft
doch eh von selbst...Neben mir...Außer mir...Was läuft durch?...Das bin ich
nicht...Bin ich Ich?...Was wichtig ist, bleibt draußen...
Die erste Hälfte beendete noch ein fv-open-mic-Debütant,
nämlich KILIAN JÖRG. Anfangs konnte er sich zwischen Prosa und Gedichten
nicht so recht entscheiden, fing dann doch mit Prosa an. „À dieu“ hieß der
Text. In der Topographie seiner Lebens- und Leidensgeschichte kam u.a. zwischen
Insektenhierarchien und Kleedschungel ein Marienkäfer vor. Es war oder (wie man
auf französisch sagt:) es machte heute schönes Wetter. Aufgrund einer spontanen
Unwillensbekundung des Autors, den Text zu Ende zu lesen, gab es doch noch auch
drei (englischsprachige) Gedichte zu hören, u.a. als zweites eines über den
„Lizard from the sea“ und die „Unfinished revolution“. Berlin und Zorn bildeten
die Themen des ersten und dritten Gedichts.
Pause war’s. Und schön war’s.
ANDI PIANKA begann die zweite Hälfte. Ein politischer
Text (erschienen im Radieschen #24) war sein Beitrag. Es ist nicht alles Gold,
was glänzt. Denn wer Mensch ist, glänzt kunterbunt, somit heller als jeder
Zynismuszipfel-gipfelige geh-acht-gib-acht-summit. Die Märkte sado, die Menschen
maso. (Und, ohne sich mit melamar davor abgesprochen zu haben, gab es
zufälligerweise auch in seinem Text eine Zitierung des selben Rilke-Verses –
bei ihm in der Version:) Denn uns ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter
ihnen keine Welt, keinen Weltrekord, keinen gordischen Knoten...
Es ging weiter mit BENJAMIN, der sogleich Guten Abend
sowie Feierabend wünschte und sich in weiterer Folge während des Auftritts
seines Sakkos und seiner Krawatte entledigte (gegen Ende hin auch seines weißen
Hemdes). In seinem Text kam häufig der Vollmond vor. Der Sommer war Winter –
April, April...Ich trank auf euch – und auf die Freiheit...Ikarus wird er nicht
sein, denn die Flügel sind nur Schein...Der Mond steht über Wien...morgens im
Puff – wieder eine Nacht im Vollmond...ob sie mich beschiß, wissen nur die
Sterne...
Die Ersten werden die Letzten sein – dieser Satz trifft’s
gut, denn just jene drei AutorInnen, die bereits allesamt vor 19:30 da waren,
wurden als die letzten drei gezogen. Den Anfang dieses Trios bildete ein schon
seit sehr langer Zeit nicht mehr bei fv open mic dagewesener, nämlich NOAH
HUBER. In englischer Sprache brachte er einen Text über Beobachtungen und
Erlebnisse – u.a. über Kinder beim Sushi, „The day is drenched“, ein „early
arrival“ bei Andy („she smiles finely“) und nochmals Kinder: „Two girls walkin’
alone up the Wienzeile“, wovon die eine (no doubt!) eine „destination“ hatte.
Eine kurze Gesangseinlage gab es in dem Text auch.
Zwei Texte gab es von MARLIES THUSWALD zu hören. Den
Anfang bildete die (kürzere) „Wir-Statistik“ mit vielen mathematischen
Anspielungen („Wir sind die beiden Konstanten in einem Chaos aus
Variablen“...“In allen Tabellen korrelieren wir“), dann folgte der längere
Text, der allen Menschen gewidmet war, die einen Kopf haben: „Ich habe einen
Kopf, also denke, also bin ich“. Doch in der „Sicherheit des Brombeergestrüpps,
wo du wartest“ verlor sie dann ihren Kopf. „Also fühle, also bin ich erst
recht“. Dann kam aber die nächste Wendung, wo sie wieder einen Kopf hatte –
„Also bin ich wieder allein“. Da heißt es nur mehr: „Rennen, rennen, rennen“.
Den Abschluß bildete der dritte fv-open-mic-Debütant des
Abends. THOMAS las nicht nur das Gedicht „Molnet“ des schwedischen
Dichters Erik Johan Stagnelius („Vad är vårt liv? Ett moln som flyktigt simmar
/ kring rymderna på Ödets kalla ilar......“), sondern auch seine eigenen
Übersetzungen dieses Gedichts ins Litauische, Spanische, Englische und
Deutsche. Auf Deutsch heißt das Gedicht „Die Wolke“: Eine Wolke, das ist unser
Leben...Der Mond schläft hinter tausend grauen Schatten...Donnerschlag! Damit
wurde wohl neuer fv-open-mic-Rekord erzielt: 5 verschiedene Sprachen in ca. 5
Minuten – das hatten wir wohl noch nie.
Schön war’s, qualitätsvoll war’s, gut besucht war’s,
Vollmond war’s.
Und wer gedacht hat, nach dem 42.(!) FARCE VIVENDI OPEN
MIC wäre die von Douglas Adams gestellte Frage nach „life, the universe and
everything“ auf immer und ewig beantwortet, hat sich geirrt. Es sind noch immer
viele Fragen offen. Und so sehen wir nicht betroffen den Vorhang zu, sondern
uns einander am 20.Mai wieder.
Dienstag, 8. April 2014
LIEBES PUBLIKUM, WIR LIEBEN DICH!
soviel als antwort auf die frage, die - tatsächlich (!) - immer wieder auftaucht, ob man auch zum farce vivendi OPEN MIC kommen dürfe um "nur" zuzuhören...
SELBSTVERSTÄNDLICH IST PUBLIKUM WILLKOMMEN!
KEIN MENSCH WIRD AUF DIE BÜHNE GESCHUPST!
WIR FREUEN UNS ÜBER ALLE, DIE KOMMEN!
wir freuen uns dich / euch / Sie
am di 15.4.
um 20:00h
im CELESTE-JAZZKELLER
in der hamburgerstraße 18
in 1050 wien
begrüßen zu dürfen!
mit poetischen grüßen!
melamar
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